RC Buer / Westerholt 1982 e.V.

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 Betreff:24 Stunden Rennen in Nortorf.. 28.06.2011 22:09 Uhr 
Joachim Herrmann
Touri
Mitglied seit: 17.02.2010 22:15 Uhr
Beiträge: 59
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„Viel Spaß“ hatte man uns gewünscht – was macht 24 Stunden lang Spaß ? Spontan fällt mir da nicht viel ein – wie wäre es z.B. mit 24 Stunden Eis essen ? Hier ergeben sich gewisse Parallelen – zumindest würde einem danach auch einiges wehtun, wenn auch nicht die Beine.
24 Stunden Radfahren sind zumindest extrem anstrengend und machen am meisten Spaß wenn sie vorbei sind. Umso mehr natürlich wenn sie noch so erfolgreich beendet werden. Ein super zweiter Platz für unser Herrenteam Obelix 1 mit Dirk und Michael und ein Sieg in der Mixed Wertung für das Team mit Claudia und Joachim.

Um es vorwegzunehmen – am Ende standen für beide Teams 27 gewertete Runden auf der Abrechnung.
Ach, das sind ja nur 756 km und das für Zwei, also in Wirklichkeit nur 378 km pro Nase und damals 14/18 da sind wir doch alle schon mal mehr gefahren ;-) oder nicht ?!?
In 24 Stunden sieht die Sache mit entsprechendem Schlafentzug schon deutlich krasser aus. Außerdem musste Dirk 17 Runden fahren und auch ich musste meine Teampartnerin wegen ihres Unfalls in der vergangenen Woche öfter ablösen als geplant (16 Runden). Leider wurde bei Team Obelix 1 auch eine Runde nicht gewertet – Softwareprobleme – ich kann aber versichern, dass sie wirklich 28 Runden unterwegs waren !

Aber jetzt mal von Anfang an – der Spaß begann schon bei der Anreise. Feiertagsmorgen um halb 10 in Deutschland, die Autobahnen sind frei. Nein sind sie nicht - ausgerechnet die A2 über Hannover bot bereits 15 km Stau (der einzige in NRW), daher entschieden wir uns spontan für die A1. Das Erlebnis schlechthin, seit mehreren Jahren werden dort die Autofahrer durch den 3 spurigen Ausbau der Autobahn zwischen Bremen und Hamburg gequält. Alle 5 km eine Baustelle mit extremen Fahrbahnverengungen, so dass einem beim Überholen der Angstschweiß ausbricht. Vor dem Elbtunnel ein gewohntes Bild. Ich sag nur 7km Stau.

Im weiteren Verlauf der Fahrt schlug der (Un)wettergott dann zu – bis zum Abend hörte es nicht mehr auf zu regnen. Aber wir hatten es endlich geschafft – wir sind in Nortorf ! Ja, wo zum Kuckuck liegt Nortorf ? In der Nähe von Kiel, genauer gesagt nördl. Breite 54`11`07 östl. Länge 9`49`19. Dies ist der geographische Mittelpunkt von Schleswig Holstein und damit auch das einzige was Nortorf zu bieten hat, außer dem Radsport natürlich.

Nach einem tollen und vor allem trockenen Freitag auf der Kieler Woche (dagegen ist die Cranger Kirmes ein Kindergeburtstag) standen wir mit zwei Zweierteam pünktlich um 10.00 Uhr am Start des Rennens. Überraschung – Angela tritt als nachgemeldete Einzelstarterin zum Rennen an. Sie schaffte in netter Begleitung 8 Runden, einschließlich einem Plattfuß, und bestritt damit ihren ersten Marathon.

Für die beiden ersten Teamfahrer Dirk und Joachim ging es gleich zügig los. Die erste Runde wurde in einer kleinen Gruppe in knapp 40 Minuten zurückgelegt. Bis zur dritten Runde blieben wir zusammen, dann erfolgte der erste Wechsel und die Gruppe wurde auseinander gefahren. Dies sollte auch bis zum späten Abend so bleiben. Als Einzelkämpfer hatten wir alle ordentlich mit dem kräftigen Wind zu kämpfen. Man wünschte sich ständig einen Trecker als Windschatten oder eine Gruppe die von hinten herankommt- aber nichts. Ab und zu ein ruhigerer Einzelstarter den man ein paar Meter begleitete und dann noch ein Festumzug auf der Strecke. Rosenfest – naja jedes Kind braucht einen Namen und einen Grund zu trinken gibt es immer. Das hatten sich auch die vermeintlichen Ordnungshüter mit Kelle in der linken Hand und Bierflasche in der rechten Hand gedacht. Trotzdem meinten sie, dass sie den Verkehr regeln müssten, nach ein paar Metern Gehweg war auch dieses Ereignis Geschichte und die Rufe „Da da dat giiiiilt auch für Radfahrer“ waren nicht mehr zu hören.

Zum späten Abend gelang es mir endlich eine kleine Gruppe aufzufahren die in etwa meine Geschwindigkeit hatte, ich hatte die Fahrer bereits eine Runde zuvor im Blickfeld und brauchte aber noch eine ganze Runde um sie am einzigen echten Anstieg der Runde einzuholen. Ab da wurde es etwas entspannter. Die Gruppe lief ganz gut und blieb sogar nach dem Wechsel der Fahrer /-innen zusammen. Es wurde echt Rücksicht genommen. Ja – wirklich !! Wahrscheinlich wollte niemand alleine durch die Nacht. Irgendwann in der Dunkelheit tauchte dann auch unser Dirk wieder vor uns auf. Nach einem kurzen „ Häng Dich rein“ hatten wir einen Mitstreiter mehr. Die Wechsel klappten reibungslos, die Gruppe blieb mehr oder weniger zusammen. Auch der Führende der Einzelwertung wurde mit durchgezogen, leider auch das Team welches letztendlich die Zweierwertung gewann (so hatten Michael und Dirk leider keine Chance mehr).

Gegen 1.00 Uhr ich hatte mich gerade zu einer längeren Ruhepause (eigentlich wollte ich drei Runden aussetzen um ein wenig zu schlummern) setzte kräftiger Regen. Was macht ein echter Kavalier, er bleibt schön im trockenen liegen und tut so als ob er nicht bemerkt hat. Da ich kein Kavalier bin, bin ich aufgestanden und habe Claudia abgelöst die keine Regenkleidung bei hatte. Damit habe ich sie vermutlich vor dem Erfrierungstot gerettet. Außerdem passte jetzt wieder die Konstellation der Gruppe. Ich war immer mit Dirk auf der Strecke und Claudia mit Michael. Am frühen Morgen wurde es dann auf einmal hektisch. Wir fingen an zu rechnen wie viele Runden wir noch schaffen würden, gar nicht so leicht mit Schlafmangel, Dehydrierung und wahrscheinlich Sauerstoffmangel im Großhirn. Für mich stand fest bis 10.00 Uhr klappt die 27. Runde nicht mehr. Aber dann die Nachricht „Wir fahren bis 10:07:59 Uhr“ – hey da geht noch was.

Die letzten drei Runden stehen an. Damit unser Vorhaben gelingt müssen wir nur unter einer Stunde pro Runde bleiben. Nach 21 Stunden auf dem Rad nicht selbstverständlich. Jetzt ist es angesagt nach jeder Runde zu wechseln. Unter Protest unserer Partner starten Dirk und ich zur drittletzten Runde. Im Ziel angekommen steht meine immer noch skeptische Ablösung aber parat. Sie hätte 1 Std. 05 Minuten Zeit, damit mir noch eine Stunde für die letzte Runde blieb. Natürlich wird die Stunde deutlich unterboten. Hier wurden definitiv die letzten Reserven mobilisiert. So konnte ich die allerletzte Runde mit Ruhe angehen. Am Ende waren wir mit beiden Teams deutlich vor 10 Uhr im Ziel !!

Eine sympathische Veranstaltung und ein paar tolle Tage für uns alle !!!!!!!!!!!!!
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Zuletzt geändert am: 04.07.2011 21:52 Uhr von Joachim Herrmann aus folgendem Grund
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